| Baubeschreibung u. technische Daten |
Allgemeines
Die DYNAMIC WT 9 ist ein Leichtflugzeug der Spitzenklasse mit sehr guter Aerodynamik. Durch den Einsatz von hochfesten und hochmodernen Fasern in CFK-GFK-Sandwichbauweise wird ein niedriges Gewicht der Zelle erreicht. Eine optimale Auslegung der Geometrie, der Ruderabstimmung und des Schwerpunkts, verleihen diesem Flugzeug stabile und gutmütige Flugeigenschaften. Die Herstellung erfolgt bei unserer Partnerfirma Aerospool in Prievidza/Slowakei, einem LBA/EASA zertifizierten luftfahrttechnischen Betrieb. Seit Jahren sind unsere Kunden von der hochwertigen Bauausführung und der einwandfreien Qualität dieses Flugzeuges überzeugt. Die Zelle ist für ein Abfluggewicht von 600 kg ausgelegt. In der UL-Klasse ist das max. zulässige Abfluggewicht auf 472,5 kg limitiert. Eine exakte Beschreibung der umfangreichen Ausstattung und Ausrüstung, mit den zugehörigen Einzelgewichten, finden Sie in unserer Preis- und Ausstattungsliste. Ausgehend von der Basisausstattung können Sie die gewünschte Ausrüstung individuell zusammenstellen, das Rettungssystem ist für UL-Flugzeuge zwingend vorgeschrieben!
Antrieb Die ROTAX-Triebwerke 912UL oder 912 ULS (80 PS/100 PS) stehen für den Einbau zur Verfügung. Es handelt sich hierbei um 4-Takt-Vierzylinder Boxermotoren mit Flüssigkeits-/Luftkühlung, 1500 h TBO, wartungsfreier elektronischer Doppelzündung, Elektrostarter und einem 12 V/250 W Generator. Als Treibstoff kann MOGAS oder Superbenzin bleifrei verwendet werden. Beim Propeller kann zwischen einem 3-Blatt Festpropeller oder einem 3-Blatt Verstellpropeller mit manueller Verstellung oder Constant-Speed gewählt werden.
Bauweise Die Zelle wird in präzise gefrästen Negativformen mit Hilfe des Absaugverfahrens gefertigt und anschließend bei einer Temperatur von 55° C getempert. Als Werkstoffe für die Deckschichten werden Kohle-, Aramid- und Glasfasern verwendet. Hartschaum bildet den Kern. Nur luftfahrtzugelassene Harzsysteme kommen für die Verarbeitung der hochwertigen Fasern zum Einsatz. Erst durch den Einsatz dieser hochfesten Materialien und die aufwändige Bauweise wird das geringe Eigengewicht ermöglicht.
Cockpit Die Plexiglas-Haube ist in verschiedenen Ausführungen und Tönungen erhältlich und öffnet nach vorne mit Unterstützung von Gasdruckfedern. Der Einstieg erfolgt bequem von hinten über die Tragfläche. Die leicht liegende, ergonomisch angepasste Sitzposition, ermöglicht einen geringen Rumpfwiderstand bei guter Sicht und einer Kabinenbreite von 115 cm. Die Polster sind herausnehmbar, das Gepäckfach mit 90 Litern Volumen befindet sich hinter den Sitzen. Frischluftöffnungen befinden sich vorne im Fußraum mit zwei einstellbaren Düsen (links und rechts). Die Warmluft der Heizung strömt durch eine Öffnung in den Fußraum.
Rumpf Der Rumpf besteht aus zwei vertikal geteilten Halbschalen, die mit Spanten und Einbauten ausgesteift und verklebt sind. Zur Krafteinleitung von Beschlägen in das Laminat wird Buchensperrholz verwendet. Motorträger, Steuerung und Beschläge sind aus schutzgasgeschweißtem Chrom-Molybdän-Stahlrohr gefertigt. Das aerodynamisch gedämpfte Höhenleitwerk besitzt ein symetrisches Profil. Seiten- und Höhenflosse, sowie Tragflächenansatz mit Fahrwerk und Kraftstofftanks bilden ein Integralteil mit dem Rumpf-.
Tragflächen Die Tragflächen bestehen aus der oberen und der unteren Schalenhälfte und übernehmen die Torsionslasten. Der Hauptholm ist aus einem Schaumkern mit Kohlefasergurten aufgebaut und trägt die Biegelast. Die Holme und die Steuerungselemente werden in die Unterschale einlaminiert – diese wird mit der Oberschale verklebt. Als Tragflächenprofil dient das MS(1)-0313. Zur Montage der Tragflächen werden die Anschlußzungen der Hauptholme in die, im Rumpf quer verlaufende Holmbrücke, eingeschoben und mit zwei Hauptbolzen gesichert. Der Endholm wird mit einem Bolzen gesichert. Querruder: 3-fach gelagert und differenziert, Schubstangenantrieb Klappen: Spaltklappe 4-fach gelagert mit Stellungen: 0° Reiseflug, 15° Start, sowie 25° und 38° Landung Abrüsten: Spaltabklebung entfernen, Lösen von Querruder und Klappenanschlüssen, Holmbolzen entfernen, Tragflächen nach außen aus dem Holmkasten ziehen
Fahrwerk Beide Fahrwerkvarianten (Fest-Fahrwerk und Einzieh-Fahrwerk) sind mit Hauptreifen 14 x 4 und Bugradreifen 13 x 5 ausgestattet und für ein max. Abfluggewicht in Höhe von 550 kg ausgelegt. Die hydraulischen Bremsen werden mittels eines Bremshebels auf der Mittekonsole betätigt – diese sind auch als Parkbremse arretierbar. Die Ausführung mit festem Fahrwerk verfügt über Hauptradschwingen aus CFK und einem Bugradbein aus Stahlrohr. Das Bugrad ist längsbeweglich und wird durch eine PU-Feder gedämpft. Die Ansteuerung erfolgt mit Schubstangen über die Seitenruderpedale. Das optional erhältliche Einzieh-Fahrwerk verringert den Luftwiderstand und ermöglicht höhere Fluggeschwindigkeiten. Das geschleppte und gedämpfte Einzieh-Fahrwerk ist aus Cr-Mo-Stahlrohr gefertigt und besitzt PU-Dämpfer mit ausreichendem Federweg – auch für schlechte Pisten. Die große Spurbreite des Hauptfahrwerks, das zur Rumpfmitte hin einfährt, bietet spurstabiles Handling in allen Bereichen. Das Bugrad schwenkt beim Einfahren nach hinten. Bei Ein- und Ausfahrvorgängen betätigt eine elektrisch angetriebene Hydraulikpumpe beidseitig wirkende Zylinder. Bei Ausfall der Hydraulik oder der Stromversorgung werden die Fahrwerkzylinder druckfrei geschaltet und von Gasdruckfedern und der Schwerkraft ausgefahren und verriegelt (Fail-Safe-Forderung).
Steuerung Das Höhenruder wird über im Rumpf zwischengelagerte Schubstangen angesteuert. Der Trimmhebel ist fein rastbar, wirkt über eine Feder auf die Steuerstange und stellt so die Neutralstellung des Ruders ein. Die Querrudersteuerung führt vom Steuerknüppel über Gelenkköpfe und Schubstangen zum Umlenkhebel in der Tragfläche (Sichtfenster) und weiter zum Ruderhorn. Das Seitenruder wird von Pedalen über Seile angesteuert, die im Rumpf in Kunststoffröhrchen geführt sind. Die Pedale sind am Boden auf unterschiedliche Beinlängen verstellbar (Option). Die Landeklappen werden durch einen kulissengeführten Hebel auf der Mittelkonsole betätigt. Dieser wirkt über ein Gestänge auf die quer hinter dem Sitz befindliche Klappenwelle, an deren Enden die Anlenkhebel befestigt sind.
Kraftstoffanlage Zwei Integraltanks mit gesamt ca. 70 Litern Inhalt (optional bis 120 Liter möglich) befinden sich außerhalb der Kabine im Tragflächenansatz. Die Betankung erfolgt von oben durch versenkte Einfüllöffnungen - separate Drainventile befinden sich an der Tragflächenunterseite. Die Kraftstofftanks sind aus einem kraftstoffbeständigen, elektrisch leitfähigem Harz gefertigt und wegen statischer Aufladung mit der Struktur leitend verbunden. Die Füllstandsanzeige der Kraftstofftanks erfolgt elektrisch über Anzeigeinstrumente, die Tanks können recht/links umgeschaltet werden. Jeder Tank verfügt über eine separate Reserve-Warnleuchte.
Gesamt-Rettungssystem Der Container des Fallschirmes ist vor dem Instrumentenpanel installiert, der Fallschirm wird durch die Rakete nach rechts oben ausgezogen. Die Hauptverbindung zur Zelle übernehmen zwei Gurte, deren Befestigungsgurte sich links und rechts am Brandschott/Motoraufhängung befinden. Ein unter der Außenhaut einlaminiertes Seil führt zum rechten hinteren Holm und stabilisiert die Sinkphase. Die Auslösung des Gesamt-Rettungssystems erfolgt mechanisch über einen Handgriff/Bowdenzug auf zwei Schlagbolzen und die Anzündpillen des Raketenmotors.
Flugzeugschlepp Durch das niedere Eigengewicht und die saubere Aerodynamik resultieren Schleppleistungen, die herkömmlichen Schleppflugzeugen mit 180 PS Antriebsleistung ebenbürtig sind. Ein Dreiblattpropeller setzt die Leistung von 100 PS des ROTAX 912ULS optimal um. Die Vorteile liegen auf der Hand – um mehr als 50% reduzierte Treibstoffkosten sowie ein niedriger Anschaffungspreis. Das max. zulässige Anhängelast beträgt 750 kg! Diesen Wert erreichen nur wenige UL-Flugzeuge. Zur Schleppausrüstung gehören ROTAX 912ULS mit Verstellpropeller, elektr. Kraftstoffpumpe, regelbare Ölkühlerklappe sowie die Schleppkupplung und ein Rückspiegel. Optional ist auch eine Schleppseil-Einzugswinde erhältlich. Im Bodenstart können Banner bis zu einer Größe von 200 m² Fläche geschleppt werden.
Wartung Zelle: 25 h – Kontrolle (mit Triebwerk), Kontrolle und Nachprüfung gemäß Wartungsplan und Betriebshandbuch sowie geltenden Vorschriften Triebwerk: Erster Ölwechsel inkl. Filterwechsel nach 25 h, dann entsprechend Motorhandbuch Siehe gültiges Handbuch und LTA/TM des jeweiligen Herstellers. Verstellpropeller: Kontrolle und Wartung entsprechend Propellerhandbuch/Betriebsanleitung Rettungssystem: Pack- und Prüfintervall entsprechend Bedienungsanleitung
Technische Änderungen vorbehalten |
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